Ostseewanderung entlang der Reriker Steilküste

Wie herrlich es ist am Meer zu sein, stellte ich Mitte des Jahres mal wieder fest, als ich zu einer Tageswanderung von ungefähr 10 Kilometern entlang der wundervollen Ostsee aufbrach. Dieses Mal mit neuer Gastwanderin – meiner Mutter – im Gepäck, ging es vom Ostseebad Rerik aus am Strand entlang.


Das Wetter war nicht sonderlich sommerlich und es wehte, wie so oft, eine steife Briese. Aber nichts davon sollte uns abhalten durch den noch kühlen Sand in Richtung Kühlungsborn zu wandern.

Eigentlich war der Plan gewesen auch wirklich bis nach Kühlungsborn zu laufen, was ungefähr 12,5 km einfache Strecke bedeutet hätte. Aufgrund der unbeständigen Wetterlage haben wir uns dann aber dazu entschieden nur die Hälfte des Weges bis zum Campingplatz Seeblick, auf halber Höhe zwischen Mechelsdorf und Bastorf, zurückzulegen.

Strandabschnitt in Rerik
Endlich mal wieder am Meer

Gesagt getan. Wir liefen bei trockenem Wetter los und genossen die Freiheit entlang der Ostsee zu laufen. Nach wenigen Metern wandelte sich der Sandstrand und wir liefen vermehrt über Steine und bewunderten die Natur um uns herum. Viele große Steine lagen im Wasser und bestochen durch schöne und individuelle Muster. Wir stellen wieder fest – die Natur ist wunderbar vielseitig. Je weiter wir uns vom Ortskern Reriks entfernten, desto steiler wurden die Hänge. Auch da bewies die Natur eindrucksvoll ihre Kraft.

Klippe am Strand in Rerik
Natur pur

Die Steilküste ist dem Sturm und den Witterungen der Ostsee ausgeliefert und daher sehr fragil. Entlang unserer Strecke konnten wir immer wieder Abbruchkanten entdecken. Zum Teil waren Bäume herabgestürzt oder nur noch halb in der Erde unter ihnen verwurzelt. Ein sehr eindrucksvoller Anblick. Die Schwalben scheint es zu freuen, denn sie haben sich unterhalb der Abbruchkanten Nester in die Steilküste gebaut.

Auf unserem Weg Richtung Campingplatz begegneten wir nur wenigen anderen Wanderern. Im Wasser war bei dem Wetter niemand, außer ein paar Schwäne, Möwen und in der Ferne waren Segel- und Fischerboote zu sehen. Dennoch war die Ruhe und das Rauschen des Meeres uns Begleiter genug. Immer wieder blickten wir hoch zu der imposanten Steilküste, die alle paar Schritte einen neuen spektakulären Zustand zeigte. Als wir den Campingplatz passierten, entschlossen wir uns dazu den Rückweg des Weges oben auf den Klippen zurückzulegen. Oben angekommen, hörten wir das Meer sehr viel leiser, obwohl es immer noch unmittelbar unter uns zu sehen war. Im Schatten der Bäume und auf den schmalen Wegen fiel uns das Wandern erheblich leichter als unten im feinen Sand.

Waldweg in Rerik
Eine andere Perspektive…

Es war allerdings ein komisches Gefühl so nah an der Kante der Steilküste (die wir ja gerade noch von unten betrachtet hatten) zu wandern und zu wissen, dass die Abbruchkante an vielen Stellen sehr nah am Weg lag. Voller Vertrauen in den Boden liefen wir weiter und konnten schon bald den Strandabschnitt von Rerik sehen. Inzwischen hatte sich das Wetter weiter verbessert und die Sonne zeigte sich. Nach knapp 2 Stunden Wanderung entschlossen wir uns die Sonne zu nutzen und legten uns unterhalb der Seebrücke auf unsere Luftsitzsäcke von Fatboy (das sind mit Luft zu füllende Liegen und die nehmen wir vorsichtshalber immer mit, wir wissen ja nie wie sich das Wetter entwickelt :)).

Dort konnten wir noch einigen Augenblicke die Sonne genießen und uns entspannen, bevor uns der Hunger wieder weiter trieb und wir uns am Haff von Rerik erstmal ein Eis genehmigten.

Selfie von zwei Frauen am Strand
Den Ausflug genießen…

Solltet ihr die Gelegenheit haben, kann ich eine Wanderung der gesamten Strecke von Rerik bis nach Kühlungsborn entlang der Meereskante nur empfehlen. Die Strecke ist super vielseitig (ich bin dort vor einigen Jahren langgewandert und habe sie in bester Erinnerung). Allerdings macht der Untergrund die nicht allzulange Strecke sehr anstrengend und sobald man im nächsten Ort ankommt bedarf es einer Stärkung. Bei unserem Trip dorthin haben wir zurück den Bus genommen.

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