Pilzwanderung in der Lüneburger Heide

Im Herbst folgte ich (Sabrina) dem Tipp von einer guten Freundin und meldete mich zu einer Pilzwanderung an. Bisher hatte mich das Pilzfieber nicht gepackt und meine Erfahrungen im Pilzesammeln hielten sich sehr in Grenzen. Doch irgendwie reizte mich das Erlebnis und ich beschloss dem Abenteuer Pilze und Wandern eine Chance zu geben.


Mitte Oktober versammelten sich über 20 Pilzsammler an einem geheimen Treffpunkt in einem Waldstück nahe Lüneburg, um gemeinsam die Pilzwanderung zu bestreiten. Ohne genaue Vorstellungen, aber mit dem festen Ziel mit meiner Pilzausbeute mittags ein feines Mahl zu kochen, mischte ich mich unter die Leute.

Pilze an einem Baumstamm im Wald
Trompetenfifferlinge an einem Baumstamm

Die Gruppe war bunt gemischt und der Altersdurschnitt überraschend niedrig. Vorher hatten böse Zungen behauptet es handle sich hierbei um eine „Omaveranstaltung“. Dem war auf den ersten Blick auf jeden Fall nicht so. Nach einer kurzen Einführung zu den verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten von Pilzen, wanderten wir erst einmal los. An der ersten Weggabelung wurden wir entlassen, um unsere ersten Pilze zu sammeln und den Wald zu erkunden. Schnell zeigten sich diverse Pilze, alle leider nicht sehr ansprechend und vermutlich auch nicht essbar. Dennoch waren wir überrascht, wie viele Pilze man finden konnte, wenn man nur mal etwas bewusster den Waldboden erkundet. Die erste Sammelrunde war wenig ergiebig. Auch wenn einige Mitwanderer sogar einen kleinen Pfifferlingspot fanden. Meine Hoffnung auf ein üppiges Mittagsessen sank allerdings nach dieser Runde erheblich.

Fliegenpilz im Wald
Der ist nicht essbar – der Fliegenpilz.

Da es sich ja um eine Pilzwanderung handelte, wurde anschließend gewandert. Zum vielversprechenden nächsten Pilzspot. Mal sehen was sich dort finden ließ. In der Zwischenzeit lernten wir von Daniel alias Pilzkörbchen so einiges über die Pilze am Wegesrand. Viele waren, wie gesagt, nicht essbar, dennoch erstaunte es mich, dass es in den heimischen Wäldern über 50 Speisepilze gibt. Ich selbst kenne vielleicht 3 Pilzsorten. 🙂

Im Fichtenwald angekommen sahen wir schon den Teppich aus Pilzen. Es handelte sich um die Trompetenpfifferlinge. Hier konnten wirklich alle Teilnehmer der Wanderung ihre Pilzkörbe füllen. Beeindruckend, was die Natur so hergibt und wie ergiebig unsere Ernte war. Nach dem ersten Frustmoment wurden wir hier auf jeden Fall alle entlohnt. Steinpilze ließen sich jedoch auf der gesamten Wanderung nicht blicken. Aber egal. Mit den Pfifferlingen – wir haben sogar noch ein paar echte gefunden – war das Mittagessen gesichert.

Eine Gruppe Menschen sammelt Pilze im Wald
Fleissig am Sammeln…

Daniel hatte dann auch noch Tipps zur Zubereitung der Pilze und vermittelte auch sonst noch einiges mehr an Wissen. Zum Bespiel wurde anschaulich zu jedem Pilz auch der gemeine Verwechsler gezeigt, damit nachher beim kochen auch ja nicht der falsche Pilz in der Pfanne landet.

Am Ende gingen alle Teilnehmer mit prall gefüllten Körben, aber auch sehr nassen Schuhen nach Hause. Die Pilzwanderung dauerte 3 Stunden und es waren vielleicht 6 Kilometer an Strecke, wobei sich das nicht ganz genau sagen lässt, da wir auch viel im Unterholz und abseits der Wege unterwegs waren.

Ich kann die Pilzwanderung wirklich jedem empfehlen! Vor allem wenn ihr euch alleine unsicher bei der Bestimmung von Pilzen seid, ist die Wanderung eine super Möglichkeit erste Erfahrungen zu sammeln. Wir haben uns auf jeden Fall vorgenommen bald nochmal nach Trompetenpfifferlingen zu suchen.

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