Radel- und Wanderkombi zur Großen Höhe

Auf Waldpfaden entlang der Delme durch das Naturschutzgebiet

Im Januar nutzten Insa und Mareike einen klaren, eisigen Tag für unser zweites, etwas längeres WindundWetterWandern „Radel-Wander-Experiment“. Etwa 15 km ging es mit den Rädern von Stuhr zum Segelfluggelände Große Höhe, an das sich ein kleines Naturschutzgebiet anschließt, in dem man durch Waldflächen und entlang der Delme wandern gehen kann. Knappe 5 km führte der Rundweg durch die schönen Naturlandschaften, danach ging es mit den Rädern wieder zurück nach Stuhr. Insgesamt waren wir zwischen 3 und 4 Stunden unterwegs.


Früh morgens trafen wir uns an einem kalten Januartag, um nach unserer ersten Radel-Wanderkombi in Syke nun eine etwas längere Strecke zu versuchen. Es ging diesmal auf der anderen Seite der Gemeinde heraus in Richtung Delmenhorst und dann parallel zur A1 Richtung Groß Ippener.

Die Luft war schneidend kalt als wir mit den Rädern aus der Ortschaft herausfuhren. Nebel lag blass über den Feldern und zeichnete die Sonne weich und golden über der ruhigen Landschaft. Die winterlich kahlen Bäume kontrastierten als dunkle Schatten vor dieser sanften Szenerie, so dass wir an einem besonders schönen Feld für ein paar Fotos anhalten mussten. Die flache norddeutsche Landschaft mit Wiesen und Feldern und natürlich den allgegenwärtigen Windrädern zeigte sich heute von ihrer schönsten Seite.

Gefrorene Felder auf dem Radweg nach Delmenhorst
Vorbei an gefrorenen Feldern…

Die kühle Luft an den Oberschenkeln war schnell vergessen und wir fuhren über leere Landstraßen und Feldwege bis in die Nähe des Segelfluggelände Große Höhe, wo wir uns dann einmal orientieren mussten. Wo war denn der Wald, zu dem wir wollten?

An der Straße „Zur Großen Höhe“ liegt ein Wanderparkplatz mitten im Wald, von dem auch ein Natur- und Erlebnispfad losgeht, den wir jedoch erst auf dem Rückweg entdeckten. Dort stellten wir unsere Räder an einem Schild ab und wanderten zunächst in die andere Richtung los, weg von den breiteren Wegen und rein in den wunderschönen Wald mit schmalen Pfaden, die sich durch das Herbstlaub schlängelten. Grüne Nadelbäume standen neben Laubbäumen, an denen noch letzte braune Blätter hingen. Die Sonne tauchte den Wald am Anfang noch in warmes Licht, dann verschwand sie langsam hinter ein paar Wolken.

Hier unter den Bäumen war es wärmer, doch es dauerte bis davon bei meinem Körper etwas ankam, denn durch das Radfahren war ich leicht verschwitzt und das kühlte meinen Körper aus. Ich überlegte, dass so eine Rad-Wander-Kombi bei wärmerem Wetter vielleicht sinnvoller wäre.

Aber die kleine Runde, die wir uns herausgesucht hatten, lenkte mich schnell von diesen Gedanken ab, denn es war einfach von Anfang bis Ende wunderschön! Wir kamen nun in den Waldbereich, der zur Delme führte, die dort unberührt durch die Natur fließt. Als Teil der Delmenhorster Geest leben in diesem kleinen Naturschutzgebiet einige gefährdete Tier- und Pflanzenarten, von denen wir jedoch nicht viele sahen. Die Bäume wuchsen wie sie wollten und gaben der Landschaft immer wieder ein einzigartiges Aussehen – im weiteren Verlauf der Runde kamen wir zum Beispiel an einem Highlight vorbei, das sich „Umgekehrte Baumwurzel“ nannte.

Wanderweg zwischen Feld und Wald in Delmenhorst
Zwischen Wald und Feldern…

Direkt am Fluss ragten die Stämme über das Wasser und wir erfreuten uns an den vielfältigen Bildern der Natur. Nachdem wir ein wenig an dem unregelmäßigen Flusslauf entlanggegangen waren, beschlossen wir an einer großen Wurzel mit Blick auf das Wasser unsere Pause zu machen. Wir hatten eine wasserdichte Decke und zusätzlich isolierende Sitzunterlagen dabei, so dass es erstaunlich gemütlich wurde. Ein Schokoriegel mit diesem Blick schmeckt gleich viel besser.

Bevor wir in der Winterluft komplett auskühlen konnten, machten wir uns wieder auf den Weg und schauten uns den Rest der Delme an, bevor sie in den Wiesen verschwand, zu denen kein Pfad mehr führte. Ein umgestürzter alter Baum lud zum riskanten Balancieren über dem Wasser ein, ein anderer war perfekt gegabelt, um dort hinaufzuklettern. Was für ein erlebnisreicher Weg, der auf den kurzen 5 Kilometern so abwechslungsreich durch die verschiedenen Waldteile führte.

An einer Stelle lichtete sich der Wald zu einer großen sandigen Freifläche, einem Teil der Binnendünen, auf deren sandigen Böden die Bäume und Heide wuchsen. Die Wege waren nun etwas breiter und wir kamen in den Teil des Waldes, in dem der Natur- und Erlebnispfad langging. Informative Schilder am Wegesrand erklärten verschiedene Waldphänomene – so konnte man zum Beispiel ausprobieren, ob Holz immer gleich klingt. Hier waren auch mehr Menschen unterwegs, aber es war weit davon entfernt voll zu sein.

Sand im Wald in Delmenhorst
Aussichten vom Weg

Auf einer Übersichtstafel kurz vor dem mittlerweile recht gut gefüllten Parkplatz erfuhren wir, dass es wohl sogar einen Aussichtspunkt geben sollte, zu dem wir aber nicht noch einmal zurückgingen. Wir machten uns nun nämlich wieder auf den Rückweg: 15 km mit den Rädern durch die ländlichen Gemeinden zurück nach Stuhr.

Als Fazit können wir festhalten, dass dies nicht unsere letzte Rad-Wander-Kombi gewesen ist. Mit dem Rad zu einer Wanderung zu fahren, ist doch viel besser für die Umwelt, als mit dem Auto zu einem Parkplatz zu fahren! Allerdings muss das Ziel dafür in der näheren Umgebung liegen, wir werden also sehen wie viele dieser Abenteuer wir von hier aus starten würden in den nächsten Monaten. Seid gespannt.

Tipp: Wir waren eine etwas kürzere Runde gelaufen (Tourdetails hier), aber man kann die kleine Runde auch auf etwa 6 km verlängern (Tourdetails hier). Es gibt keine Markierungen, denen man folgen kann, also entweder vorher schon eine Route auf dem Smartphone mitbringen oder spontan den Wald erkunden. So groß ist das Gebiet nicht. 🙂

Schottersstraße in Delmenhorst
Auf dem Rückweg

Mareike

32 Jahre, aus der Nähe von Bremen.

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