Dör’t Moor Rundwanderweg

Rothenburg: Ein Wanderweg der „Nordpfade“

Nominiert für die Publikumswahl „Deutschlands Schönster Wanderweg 2021“:

Der abwechslungsreiche Rundwanderweg Dör’t Moor führt in entspannten 10,3 Kilometern durch naturbelassene Wälder, entlang des großen und kleinen Bullensees und durchquert natürlich seinem Namen entsprechend einige Moorflächen. Sabrina und Mareike trafen sich Mitte April zu dieser Wanderung, denn dieser Rundweg ist aus den 25 zur Wahl stehenden Wanderungen für „Deutschlands Schönsten Wanderweg“ des Wandermagazins von uns gesehen am nächsten gelegen. Insa wanderte nur ein paar Tage später mit ihren Eltern den gleichen Weg, so dass wir uns alle ein Bild machen konnten.


Der kostenlose Parkplatz am großen Bullensee ist riesig und so trafen wir uns dort an einem trüben Sonntag Mitte April. Im Sommer ist hier sicher die Hölle los, denn als Badesee ist dieser äußerst beliebt – doch an diesem Tag hatten wir freie Platzwahl.

Auf der Hinfahrt hatte es noch leicht genieselt, nun war es grau und durch einen stetigen Wind auch ziemlich kühl. Die Sonne ließ sich heute nicht mehr blicken, aber dafür würde es auch nicht regnen – das kann man als guten Kompromiss bezeichnen. Insa würde ein bisschen mehr Sonne sehen, so dass auch ein paar hellere Fotos zu finden sind.

Blick auf den großen Bullensee bei Rotenburg Wümme
Der große Bullensee

Der große Bullensee liegt nur eine Gehminute vom Parkplatz entfernt, so dass wir direkt an das schattige Ufer traten. Im Gegensatz zu anderen Badeseen war hier alles sehr naturbelassen gehalten und ein Großteil der Liegewiesen befand sich im Schatten der Bäume. Wir blieben jedoch nicht lange, sondern wandten uns nach links, wo wir direkt dem ausgeschilderten Weg folgen konnten. Es waren sogar richtige Wegweiser an verschiedenen Kreuzungen angebracht, so dass man zusätzliche Kilometerangaben hatte, und über Möglichkeiten informiert wurde auf weiteren Wanderpfaden kleine Seitentouren zu unternehmen. Für all diejenigen, die eine kurze Runde des Dör’t Moor Wanderweges bevorzugen, wird sogar eine Variante angeboten, die nur 7,5 km lang ist.

Blick auf Moor vom Wanderweg Dör't Moor
Aussichten vom Weg

Der Pfad führte uns nun vom See weg in das erste Moorgebiet hinein. Der Wanderweg liegt im Naturschutzgebiet „Großes und Weißes Moor“ und bietet einige Erlebnisse. Es gab Infotafeln an den Rändern des Weges, aber auch eine Schwingrasenbrücke, die durch die vielen Regenfälle der letzten Wochen wie eine Holzfloß-Brücke auf dem Wasser lag. Ich war froh, dass ich mein Handy vorsorglich weggesteckt hatte, denn mit einem lauten Platschen bewegte sich die ganze Konstruktion plötzlich unter meinem Fuß nach unten. Nachdem ich die kurzen Gleichgewichtsprobleme in den Griff bekommen hatte, konnte ich über den Rest der schwankenden Brücke laufen, die Sabrina auf einem anderen Pfad umging.

Es gab hier viel zu entdecken und auch ein paar Familien mit spielenden Kindern waren unterwegs.

Auf federndem Boden, der gegen die Nässe mit Rindenmulch bedeckt war, ging es weiter durch abwechselnde Moor- und Waldflächen, bis wir nach etwa der Hälfte der Wanderung bei den Grabhügeln aus der Jungsteinzeit ankamen. Nicht so spektakulär und auch nicht auf den ersten Blick erkennbar – im Gegensatz zu den Grabhügeln des Pestruper Gräberfeldes (hier geht’s zum Blog) – war diese kleine, eher trockene Heidelandschaft trotzdem eine wunderschöne Abwechslung.

Der Weg führte nun durch ein paar Wiesen und überquerte ein Moor auf einem Holzsteg bis man zu dem 250 Jahre alten Schafstall Spieker gelangte, an dem sich Picknick-Bänke befinden. Da wir die Wanderung jedoch gerade sehr genossen und nach den kurzen 6 km noch kein Bedürfnis nach einer längeren Pause hatten, wanderten wir nach einer kurzen Trinkpause direkt weiter.

Schafstall auf der Wanderung in Niedersachsen
Schafstall

Es ging nun kurzzeitig auf geteerten Wegen weiter, bis wir wieder in die schöneren Naturgebiete eintauchen konnten. Immer wieder gab es Schutzhütten, Bänke oder kleine Abstecher zu Aussichtsplattformen – man musste aufmerksam bleiben, um nicht eins der vielen Highlights zu verpassen. In einer der Schutzhütten machten wir kurz vor dem Ende der Tour unsere Pause und waren überrascht wie viele Wanderer, die in der gleichen Richtung unterwegs waren, nun doch an uns vorbeikamen.

Den würdigen Abschluss der Wanderung bildete das Naturschutzgebiet am Kleinen Bullensee: ein kleines Waldgebiet rund um den naturbelassenen Moorsee. Neben dem würzigen Duft des Waldes konnte man hier fast das Wasser des Sees auf der Zunge spüren.

Fazit: Selbst bei mäßigem Wetter ist die Landschaft so abwechslungsreich und die Erlebniszone so spannend, dass man diesen Wanderweg einfach empfehlen muss. Es ist schön, dass Niedersachsen auch fernab der Berge so wunderschöne Touren zu bieten hat. Wir werden auf jeden Fall für diesen Nordpfad abstimmen – falls ihr das auch möchtet, findet ihr „hier“ die Auswahl der nominierten Wege und „hier“ kommt ihr direkt zum Wahlstudio. Zur Auswahl stehen 15 Tagestouren und 10 Mehrtagestouren aus ganz Deutschland. Die Wahl endet am 30.06.2021.

Die GPX-Daten könnt ihr „hier“ herunterladen, falls euch die Ausschilderung vor Ort zu unsicher ist. 🙂

Mareike

35 Jahre, aus der Nähe von Bremen.

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